Shame on us

#shameonus Bei politischen Diskussionen kann ich immer beide Seiten nachvollziehen. Bei dieser hier nicht. Am 9. Februar stimmen wir für ein Gesetz ab, das die öffentliche Diskriminierung von sexuellen Minderheiten strafbar machen soll. Öffentliche Aufrufe zu Hass, Hetze, Hausverbote usw. aufgrund der sexuellen Orientierung sollen somit verboten werden, die kritische Diskussion aber natürlich weiterhin erlaubt sein – der Pfarrer darf weiterhin aus der Bibel zitieren. Im Freundeskreis/Familienkreis kann man sich zudem wie gehabt weiterhin frei äussern.

Nun findet die Gegenseite, dies sei eine Beschneidung der Meinungsfreiheit und dass bereits ein ausreichendes Gesetz zum Schutz vor Diskriminierung etc. bestehe (gegen Rassismus, um genau zu sein). Wenn das wirklich reichen würde, dann gäbe es keine solche Abstimmung und dann sähe ich auch nicht all die Hasskommentare auf Social Media, denen die LGBT Community ausgesetzt ist. Weiter nennen es die SVP, EDU und die Arbeitsgruppe Jugend und Familie reisserisch «Zensurgesetz», als ob mit dem Diskriminierungsverbot die eigene Meinung abhanden käme. Das ist ein falscher Terminus, denn eine negative Meinung darf weiterhin diskutiert werden, einfach bitte respektvoll. Nur absolute Grenzfälle von Hassreden und Diskriminierung sind verboten – würden wir das weiterhin erlauben, zerstören wir unter Umständen Leben.

Als aufgeklärter Mensch ist es eigentlich eine Schande, dass wir überhaupt ein solches Gesetz brauchen, denn Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man andere abwerten soll oder darf. Freiheit ist immer im Kontext der Gesellschaft zu betrachten, in der wir leben und die wir ermöglichen wollen. Wir müssen unsere Freiheit so nutzen, dass sie weder uns noch andere einschränkt. Das bedeutet, dass jede/r seine/ihre Meinung haben, aber alle anderen auch. Der respektvolle Austausch dieser Meinungen im öffentlichen Diskurs ist Zeichen der Demokratie, die wir doch leben wollen – oder nicht?

Auch wenn man gegen die Kultur der LGBT Community ist, kann man trotzdem gefahrlos ja stimmen, es sei denn, man möchte andere öffentlich erniedrigen oder ausschliessen. An der Urne entscheidet sich, was für ein Mensch man ist. Ich jedenfalls stimme JA zum Schutz vor Hass und Hetze am 9. Februar. Und du?

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